Monolog im Schauspiel: so lernst du für Casting & Vorsprechen

Du startest mit deinem Monolog? Jetzt gehts erstmal ans Text auswendig lernen. Wie aufregend! Aber manchmal auch ein bisschen überfordernd. 

Keine Sorge, wir haben hier einige hilfreiche Tipps, wie man einen Monolog schnell und effektiv auswendig lernen kann! Von der Vorbereitung bis zu den Techniken des Textlernens, wir helfen dir Schritt für Schritt.

Textlernen

Wenn du dich dazu entschieden hast, an einer Schauspielschule vorzusprechen, können wir dich mit einigen wertvollen Tipps und Ratschlägen auf deinem Weg unterstützen.

Vor dem eigentlichen Lernprozess ist es wichtig, sich gut vorzubereiten. Auswendig lernen kann einiges an Zeit erfordern, aber wer die richtigen Methoden anwendet, kommt viel schneller ans Ziel.

Die beste Vorbereitung ist, sich den Monolog gründlich anzusehen. Lies den Text mehrmals und mach dir dabei Notizen, was dir helfen kann, den Monolog im Kopf zu behalten. Wenn du den Text zum ersten Mal liest, markiere dir beispielsweise die Schlüsselwörter. Wenn du den Text etwa dreimal gelesen hast, kannst du versuchen, den Monolog aus dem Gedächtnis zu wiederholen, am besten in deinen eigenen Worten. So stellst du sicher, dass du die wichtigsten Punkte verstanden hast. Ein wortgetreues Wiedergeben ist hier noch nicht nötig, weil es viel wichtiger ist, dass du den Inhalt richtig verstanden hast. Die eigenen Worte werden dir später auch helfen, den Monolog zu deinem Text zu machen.

Nachdem du dich mit dem Text vertraut gemacht hast, solltest du eine Lernstrategie festlegen. Mündlich oder schriftlich. Je nachdem, wie du am besten lernst, kannst du verschiedene Techniken anwenden. Wenn du mündlich effektiv lernst, versuche, den Monolog laut vorzulesen, so hörst du ihn auch parallel und kannst ihn besser behalten. Wenn du besser schriftlich lernst, versuche den Text aufzuschreiben. Du bist dir nicht sicher, welche Variante besser zu dir passt? Dann probier einfach beides mal aus. Weitere Methoden, um den Monolog zu lernen, und das Gedächtnis zu schulen, sind visuelle Hilfsmittel wie zum Beispiel Karteikarten oder akustische Methoden, hierfür könntest du dir den Text aufnehmen und immer wieder anhören. Aber aufgepasst beim akustischen Lernen, wir möchten trotzdem den Inhalt lernen und nicht nur Melodien und leere Worthülsen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Texte auswendig zu lernen. Finde also erstmal heraus, welche am besten zu dir passt.

Abschließend solltest du dir Zeit nehmen, um den Monolog zu üben. Übe den Text mehrmals und immer wieder, bis du ihn vollständig auswendig kannst. Auch die Profis wiederholen noch vor dem Dreh oder der Vorstellung die Texte. Die ständige Wiederholung schult das Langzeitgedächtnis. Mach dir keine Sorgen, wenn nicht alles auf Anhieb klappt. Übe weiter und du wirst schließlich in der Lage sein, den Monolog auswendig zu sprechen.

Was passiert in der Szene? Und was davor und danach?

Wenn man einen Monolog auswendig lernen will, ist es wichtig, dass man die entsprechende Szene und deren Kontext im gesamten Stück versteht. Genau wie beim Spielen muss man zuerst begreifen, was in der Szene passiert und welche Emotionen durchlebt werden, bevor man die Worte exakt sprechen kann. Für den Kontext ist es empfehlenswert, auch zu wissen, was kurz vor und direkt nach der Szene passiert.

Bei einer Szene ist der Text nur die Spitze des Eisbergs. Neben des Textes, musst du dir auch die Handlung, und auch die Beziehungen zu anderen Figuren merken. Das kriegst du hin, indem du vor dem Einstudieren des Monologs oder des Textes, das gesamte Stück bzw. Drehbuch liest. Du solltest es wirklich gut kennen. Wenn man eine Szene versteht, auch in Ihrem Kontext zum gesamten Stück oder Drehbuch, ist es einfacher, den Monolog auswendig zu lernen.

Was hilft beim Textlernen?
Textkenntnis Gliederung Mindmap Verschiedene Lernmethoden Stückkenntnis Lerne nicht alles auf einmal Wiederholung  Wiederholung Wiederholung

Überprüfe dein Verständnis des Textes

Nun ist es wichtig, dass du dein Verständnis des Textes überprüfst. Dies erreichst du durch eine Reihe von Fragen.

1. Was ist der Kern des Monologs? Der Kern des Monologs beschreibt die Geschichte und im Idealfall die Entwicklung deiner Figur und vor welche Probleme sie gestellt wird.

2. Welche Ideen oder Gedanken werden im Monolog vermittelt? Versuche, die Kernidee des Monologs herauszuarbeiten und überlege, wie sich diese spielerisch auf die Szene anwenden lässt.

3. Was sind die Hauptcharaktere im Monolog und was sind die Konflikte, die sich zwischen ihnen entwickeln? Warum ist es wichtig, diese Charaktere und Konflikte zu verstehen? Die Emotionen, die sich durch Konflikte entwickeln, geben dir Spielmöglichkeiten. Wenn du die Emotionen erkennst und verinnerlichst, wird es dir auch leichter fallen, die Szene zu lernen.

Diese Fragen helfen dir, dein Verständnis des Monologs zu überprüfen und sicherzustellen, dass du alle wichtigen Merkmale verstanden hast. Und allein durch dieses Verständnis, wird es dir viel leichter fallen, die Zeilen wiederzugeben. Denn das Wichtigste beim Textlernen ist das inhaltliche Verständnis des Textes.

Erstelle eine Gliederung oder eine Mindmap

Damit dir beim Spielen deines Monologs nicht die Worte fehlen, ist es wichtig, dass du dir in deinen Lernsessions eine Struktur überlegst. Eine gute Möglichkeit, um die Inhalte überschaubar zu machen, ist es, eine Gliederung oder ein Mindmap zu erstellen. Diese beiden Tools ermöglichen dir, deinen Monolog zu strukturieren und geben dir so einen guten Überblick.

Eine Gliederung kann dir beim auswendig lernen super weiterhelfen. Zuerst solltest du den Inhalt deines Textes sinnvoll unterteilen, diese Maßnahme wird dir schon helfen, den Text besser abzuspeichern. Beim Üben, kann die Gliederung dich zusätzlich unterstützen. Beim Aufsagen musst du dabei nicht den ganzen Text auf die Richtigkeit überprüfen, sondern jetzt kannst du deinen Monolog anhand der Gliederung immer wieder proben, um zu sehen, ob du bestimmte Inhalte vergessen haben könntest. Die Gliederung kann außerdem für dein Spiel eine Hilfe sein, so kannst du Wendungen oder besondere Merkmale schon in deine Gliederung einbauen. Dadurch baust du dir schon eine Art Fahrplan, wie dein Monolog am Ende aussehen kann.

Eine Mindmap hilft dir vor allem auch visuell einen Überblick über die Inhalte des Monologs zu bekommen. Die Mindmap stellt deinen Monolog als Netzwerk von Stichworten, Punkten oder Begriffen dar. So gewinnst du einen Überblick über den Inhalt und die Struktur Ihres Monologs. Danach kannst du noch einzelne Elemente miteinander verbinden, um ein klares Verständnis der Inhalte zu schaffen. Auf diese Weise kannst du schnell sehen, was du bereits gelernt hast und was du noch lernen musst. Auch eine Mindmap kann dir im Spiel weiterhelfen. Sie kann Hinweise geben, ob die Gewichtung der Themen in deinem Spiel klug ist, oder ob du den Fokus auf etwas anderes legen solltest.

Es ist wichtig, deinen Monolog zu strukturieren, denn Struktur kann das Lernen vereinfachen. Mit Gliederungen und Mindmaps kannst du die Inhalte übersichtlich gestalten und einfacher im Kopf behalten.

Eine Mindmap kann dir auch bei der Entwicklung deiner Rolle eine große Hilfe sein.

Lerne einzelne Passagen, statt den ganzen Text auf einmal

Wer einen Monolog oder einen Text auswendig lernt, sollte darauf achten, dass weniger mehr, also effektiver ist. Wenn man versucht, mit einem Mal den Gesamttext zu lernen, ist es schwierig, sich an jedes Wort zu erinnern. Deswegen sollte man den gesamten Text in kleine Passagen unterteilen, um es sich leichter zu machen und das Gedächtnis nicht zu überfrachten. Außerdem bleibst du so motiviert, denn kürzere Texte kannst du einfacher im Kopf behalten.

Wenn du eine Passage lernst, kannst du diese jetzt viel genauer lernen, du wirst also texttreuer. Aber um das Wiederholen des eben gelernten wirst du auch bei kurzen Passagen nicht herumkommen. Der Vorteil ist aber hier. Es dauert nicht so lange. Denke daran, dass du beim Wiederholen die Texte laut sprichst. Damit du den Text auch akustisch memorierst.

Sobald du einzelne Passagen gut drauf hast, kannst du versuchen, die Passagen immer schneller zu sprechen. So überprüfst du, wie gut der Text wirklich schon in deinem Kopf ist. Im nächsten Schritt kannst du die Passagen nach und nach wie ein Puzzle zusammen setzen und dir wird auffallen, dass es auf diese Weise gar nicht so schwer war, den Text auswendig zu lernen.

Wiederholung als Erfolgsgarant: Wie oft man den Text üben sollte

Wenn es darum geht, einen Monolog auswendig zu lernen, ist Wiederholung der Schlüssel zum Erfolg. Um dein Langzeitgedächtnis zu trainieren, ist es nötig, einen Text wieder und wieder zu wiederholen. Aber wie oft sollte man den Monolog üben, um ihn wirklich perfekt auswendig zu können?

Die Antwort darauf hängt davon ab, wie viel Zeit man für das Lernen hat. Wenn es nur ein paar Tage oder weniger sind, sollte man den Text mehrmals am Tag üben, mit einem Abstand von mehreren Stunden zwischen den Lerneinheiten. Den Text 2-3 Mal pro Tag zu üben, ist hier der Idealfall. Die Wiederholung ist auf diese Weise sehr effektiv.

Wenn du mehr Zeit zur Verfügung hast, kannst du das Lernen erleichtern, indem du den Text über mehrere Tage verteilt lernst. Ein einzelner Monolog kann beispielsweise pro Tag in mehrere Teile untergliedert werden. Du wiederholst also immer nur einzelne Passagen und nicht den gesamten Monolog. Dadurch wird der Lernprozess weniger intensiv, also auch weniger mühsam. Diese Variante ist allerdings nicht ganz so effektiv. Aber wenn du rechtzeitig mit dem Textlernen anfängst, sollte auch diese Option ausreichen.

Um sicherzustellen, dass man den Text auch wirklich auswendig kann, sollte man ihn auch nach der Hauptlernphase regelmäßig üben, damit du ihn auch immer parat hast.

Textlernen: FAQs

Welche Lernmethode ist die Beste?

Das hängt ganz davon ab, was für ein Lerntyp du bist. Wichtig ist, dass du herausfindest, was für dich am besten funktioniert. Und das funktioniert wie so oft über das ausprobieren.

Warum fällt es mir so schwer, den Text zu behalten?

Das kann daran liegen, dass du versuchst den Text zu lernen, ohne die Emotion an dich anzubinden. Versuche nicht ausschließlich die Melodie und die Worte zu lernen, sondern auch die Situation und die Emotionalität an dich anzubinden. So wird es dir viel leichter fallen, den Text zu behalten. Denk daran: Das Ziel ist das Spielen einer Szene und nicht das Aufsagen eines Textes.

Ist es überhaupt wichtig, den Text komplett richtig wiedergeben zu können?

Es gibt Texte, bei denen man sehr variabel sein kann, bei denen Improvisationen und eigene Worte durchaus denkbar sind. Solltest du aber klassische Monologe spielen, bei denen der Text im Versmaß geschrieben ist, solltest du unbedingt auf Texttreue achten. Der Text ist hier ein eigenes Kunstwerk, das man respektieren sollte. Gib also dein Bestes, genau zu lernen, um nicht auch aus Versehen den Sinn zu verschieben.

© All rights reserved. Created with ❤️ from Munich with the great support of Sitedu.de

Kurz vorm Vorsprechen?

Lerne im Spielflow Crashkurs, wie du in 5 einfachen Schritten einen Monolog entwickelst!