Das Stück
Paris, 1794: Wir befinden uns in der Endphase der Französischen Revolution. Die Monarchie ist gestürzt, doch statt der versprochenen Freiheit beginnt eine Schreckensherrschaft der Guillotine. Robespierre, ein Fanatiker, fordert immer mehr rollende Köpfe, um die Revolution stetig voranzutreiben. Ihm stellt sich sein ehemaliger Weggefährte Danton entgegen. Das Morden erschöpft ihn und lässt ihn an der Sinnhaftigkeit der Revolution zweifeln. Doch er ist kein Held. Wegen der vergangenen Gräueltaten ist er wie gelähmt und kämpft mit Schuldgefühlen und einer Depression.
Als Robespierre plötzlich Dantons Kopf fordert, verweigert jener die Flucht, obwohl ihn seine Freunde eindringlich warnen. Er glaubt fest an seine Unantastbarkeit und bekräftigt seine Haltung: „Sie werden es nicht wagen!“.
Robespierre wagt es natürlich doch. Danton und sein Gefolge werden verhaftet. Vor dem Revolutionstribunal erwacht der Idealist in Danton noch einmal. Mit einer flammenden, genialen Rede bringt er das Volk fast auf seine Seite - doch das System schlägt eiskalt zurück. Das Tribunal manipuliert die Prozessregeln und hetzt das hungernde Volk gegen den reichen und satten Danton auf.
Danton und seine Freunde werden zum Tode verurteilt. Unter dem Jubel des Volkes rollen ihre Köpfe. Dantons Frau Julie vergiftet sich und Lucile, die Frau seines Freundes Camille Desmoulins, möchte ebenfalls in den Tod gehen. Auf der Straße ruft sie laut: „Es lebe der König!“
So spielst du’s
Situation, Ziel der Figur und Spielhinweise
- 1Was ist direkt vor dem Monolog passiert, und was bringt Lucile zum Sprechen?
- 2Was will Lucile in diesem Moment erreichen, und von wem?
- 3Wo liegen die typischen Fallen, wenn man diese Rolle vorspricht?
Der Monolog
Vorschau der Vorsprech-Fassung
Camille, Camille! Höre, Camille, du machst mich lachen mit dem langen Steinrock und der eisernen Maske vor dem Gesicht, kannst du dich nicht bükken? Wo sind deine Arme? - Ich will dich locken, lieber Vogel. (Singt:) Es stehn zwei Sternlein an dem Himmel, Scheinen heller als der Mond
Der ein’ scheint vor Fensterliebchens Fenster,
Der andre vor die Kammertür
Komm, komm, mein Freund! Leise die Treppe herauf, sie schlafen alle. Der Mond hilft mir schon lange warten. Aber du kannst ja nicht zum Tor herein, das ist eine unleidliche Tracht. Das ist zu arg für den Spaß, mach ein Ende! Du rührst dich auch gar nicht, warum sprichst du nicht? Du machst mir Angst.
Höre! Die Leute sagen, du müßtest sterben, und machen dazu so ernsthafte Gesichter. Sterben. Was ist das für ein Wort? Sag mir’s, Camille. Sterben! Ich will nachdenken. Da, da ist’s. Ich will ihm nachlaufen; komm süßer Freund, hilf mir fangen, komm!
Wie geht es weiter für Lucile?
Ganze Vorsprech-Fassung · ca. 4 Min. Spielzeit · mit Spielanleitung
oder alle 102 Texte für 19,99 €Die Epoche: Vormärz
Vormärz: Aufruhr und Revolution Die Künstler des Vormärz (ca. 1830–1848) wehren sich gegen die Unterdrückung und Zensur der Restauration und machen den Vormärz damit zu einer hoch politisierten Epoche. Sie unterstützen die Unruhen und begleiten die Märzrevolution von 1848. Bühne der Anklage: Die Literatur prangert die Missstände in Politik und Gesellschaft an und ruft zu politischen Taten auf. Radikal Real: Die Dichter nehmen sich vor, das wahre Elend in der …
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Die Kunst kennt keine Grenzen: Jede Rolle kann von jedem gespielt werden. Die Angabe zur Figur beschreibt nur die Figur im Stück.
