Monologe / Elisabethanisches Zeitalter (Shakespeare) / Männliche Figur
Elisabethanisches Zeitalter (Shakespeare) · 1558–1603

„Für heiße Tat zu kalt das müß’ge Wort!“

Macbeth

Macbeth · William Shakespeare, vermutlich 1606

Männliche FigurSpielalter mittel (ca. 25–45)Dramatischca. 3 MinutenKlassikerText gratis
William Shakespeare · Bild: WikiImages auf Pixabay
Fundstelle(2. Aufzug - 1. Szene)
Dauerca. 3 Minuten
ÜbersetzungDorothea Tieck

Das Stück

Drei unheimliche Schwestern sagen dem Feldherrn Macbeth etwas Unglaubliches voraus: Macbeth wird König von Schottland sein. Von der Prophezeiung und seiner machtgierigen Frau angestachelt, spinnen sie einen tödlichen Plan, um die Krone an sich zu reißen. Dass die Hexen auch voraussagen, dass Banquo die Königslinie fortsetzen wird, scheinen Macbeth und seine Frau vorläufig zu überhören.

Als König Duncan Macbeth besucht, wittert dieser seine Chance und ermordet den König im Schlaf. Lady Macbeth hilft bei der Vertuschung und schiebt es den Wachen in die Schuhe. Nichts kann Macbeth stoppen: Die Krone ist nun sein. Die Prophezeiung erfüllt sich. Doch das Glück bringt sie nicht mit sich. Schuldgefühle, Paranoia und blutige Tyrannei prägen seine Regentschaft. Die Angst, dass sich auch der zweite Teil der Vorhersage erfüllt, lässt Macbeth keine Ruhe. Er lässt Banquo ermorden; dessen Sohn Fleance entkommt jedoch. In seinem Wahn sucht Macbeth erneut die Hexen auf, die ihm nun entgegnen: “Keiner, vom Weib geboren, wird Macbeth besiegen”. Nach dieser trügerischen Weissagung glaubt Macbeth, er sei unbesiegbar. Lady Macbeth hingegen hält ihre Schuldgefühle nicht mehr aus. Sie verliert mehr und mehr den Verstand und begeht schließlich Selbstmord.

Schließlich wenden sich die schottischen Lords von Macbeth ab und schließen mit Duncans Sohn Malcom und Macduff ein Bündnis. Sie ziehen gegen den fast gefolglosen König Macbeth in den Krieg. Doch immer noch scheint es, als könne er nicht besiegt werden, bis sich ihm Macduff entgegenstellt. Dieser tötet Macbeth im Zweikampf. Macduff kam per Kaiserschnitt zur Welt, wurde also nicht direkt von einem Weib geboren und erfüllt somit die Prophezeiung. Malcolm wird zum neuen und rechtmäßigen König von Schottland gekrönt.

Spielflow-Spielanleitung

So spielst du’s

Situation, Ziel der Figur und Spielhinweise

  • 1Was ist direkt vor dem Monolog passiert, und was bringt Macbeth zum Sprechen?
  • 2Was will Macbeth in diesem Moment erreichen, und von wem?
  • 3Wo liegen die typischen Fallen, wenn man diese Rolle vorspricht?
🔒 Die Antworten sind Teil der Freischaltung, ab 2,99 €

Der Monolog

Originaltext, gratis lesbar

Macbeth · Macbeth

Ist das ein Dolch, was ich vor mir erblicke,

Der Griff mir zugekehrt? Komm, lass dich packen -

Ich fass dich nicht, und doch seh ich dich immer.

Bist du, Unglücksgebild, so fühlbar nicht

Der Hand gleich wie dem Aug? Oder bist du nur

Ein Dolch der Einbildung, ein nichtig Blendwerk,

Das aus dem heiß gequälten Hirn erwächst?

Ich seh dich noch, so greifbar von Gestalt

Wie der, den jetzt ich zücke.

Du gehst mir vor den Weg, den ich will schreiten,

Und ebensolche Waffe wollt’ ich brauchen.

Mein Auge ward der Narr der andern Sinne

Oder mehr als alle wert. - Ich seh dich stets

Und dir an Griff und Klinge Tropfen Bluts,

Was erst nicht war. - Er ist nicht wirklich da:

Es ist die blut’ge Arbeit, die mein Auge

So in die Lehre nimmt. - Jetzt auf der halben Erde

Scheint tot Natur, und den verhangnen Schlaf

Quälen Versucherträume; Hexenkunst

Begeht den Dienst der bleichen Hekate;

Und dürrer Mord,

Durch seine Schildwacht aufgeschreckt, den Wolf,

Der ihm das Wachtwort heult - so dieb’schen Schrittes,

Wie wild entbrannt Tarquin, dem Ziel entgegen

Schreitet gespenstisch. -

Du sichere und fest gefügte Erde,

Hör auf meine Schritte nicht, wo sie auch wandeln,

Dass nicht ausschwatzen selber deine Steine

Mein Wohinaus und von der Stunde nehmen

Den jetz’gen stummen Graus, der so ihr ziemt. -

Hier droh ich, er lebt dort;

Für heiße Tat zu kalt das müß’ge Wort!

(Eine Glocke wird angeschlagen.)

Ich geh, und ’s ist getan; die Glocke mahnt.

Hör sie nicht, Duncan, ’s ist ein Grabgeläut,

Das dich zu Himmel und Höll entbeut.

Übersetzung: Dorothea Tieck (gemeinfrei)

Jetzt fehlt nur noch, wie du ihn spielst.

Spielanleitung: Situation, Ziel der Figur, typische Fallen beim Vorsprechen

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Einmalzahlung, kein Abo

Die Epoche: Elisabethanisches Zeitalter (Shakespeare)

Das Elisabethanische Zeitalter Unter Königin Elisabeth I. erlebt England dank wirtschaftlichem Aufschwung und politischer Stabilität ein goldenes Zeitalter für Kunst und Kultur (1558-1603). Aufkeimender Humanismus: Anders als im Mittelalter, in welchem das Leben vor allem durch die Kirche geprägt ist, rückt nun der Mensch in den Mittelpunkt. Der Humanismus weckte ein neues Interesse an der individuellen Psyche, den Emotionen und dem Schicksal des Einzelnen und beflügelt dadurch Kunst und Wissenschaft. …

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