Das Stück
Die schottische Königin Maria Stuart wird beschuldigt, an einem Mordkomplott gegen ihre Cousine Elisabeth, der Königin von England, beteiligt gewesen zu sein. Deshalb wird sie seit einigen Jahren von Elisabeth gefangen gehalten. Diese steht vor einem Dilemma: Entweder unterschreibt sie das Todesurteil, macht sich damit selbst zur Tyrannin und ruiniert den eigenen Ruf, oder Maria wird frei gelassen und die Angst den Thron zu verlieren bleibt.
Am englischen Hof entbrennt ein gefährliches Spiel politischer Interessen. Der junge Mortimer plant die gewaltsame Befreiung Marias. Ihm gegenüber steht Lord Burleigh, der sich für die Hinrichtung Marias einsetzt. Zwischen diesen beiden umgarnt der Graf von Leicester beide Frauen, um seine Machtposition zu festigen. Er arrangiert schließlich ein Treffen, damit sich die beiden Königinnen versöhnen.
Doch dieses Treffen läuft anders als erwartet. Maria ist bereit, um ihr Leben zu flehen und sich zu unterwerfen, doch im Angesicht der Erzfeindin verliert die Gedemütigte die Beherrschung. Als sie Elisabeth als unrechtmäßige Königin und Bastard beleidigt, ist Marias Schicksal besiegelt. Elisabeth unterschreibt das Todesurteil und versucht, die Verantwortung auf die Untergebenen abzuwälzen. Am Ende verlieren beide Königinnen. Die Verurteilte geht stolz in den Tod und die Tyrannin bleibt einsam und moralisch besiegt zurück.
So spielst du’s
Situation, Ziel der Figur und Spielhinweise
- 1Was ist direkt vor dem Monolog passiert, und was bringt Maria zum Sprechen?
- 2Was will Maria in diesem Moment erreichen, und von wem?
- 3Wo liegen die typischen Fallen, wenn man diese Rolle vorspricht?
Der Monolog
Vorschau der Vorsprech-Fassung
Womit soll ich den Anfang machen, wie
Die Worte klüglich stellen, dass sie Euch
Das Herz ergreifen, aber nicht verletzen!
O Gott, gib meiner Rede Kraft, und nimm
Ihr jeden Stachel, der verwunden könnte!
Kann ich doch für mich selbst nicht sprechen, ohne Euch
Schwer zu verklagen, und das will ich nicht.
- Ihr habt an mir gehandelt, wie nicht recht ist,
Denn ich bin eine Königin wie Ihr,
Und Ihr habt als Gefangene mich gehalten,
Ich kam zu Euch als eine Bittende,
Und Ihr, des Gastrechts heilige Gesetze,
Der Völker heilig Recht in mir verhöhnend,
Schlosst mich in Kerkermauern ein, die Freunde,
Die Diener werden grausam mir entrissen,
Unwürd’gem Mangel werd ich preisgegeben,
Man stellt mich vor ein schimpfliches Gericht -
Nichts mehr davon! Ein ewiges Vergessen
Bedecke, was ich Grausames erlitt.
- Seht! Ich will alles eine Schickung nennen,
Ihr seid nicht schuldig, ich bin auch nicht schuldig,
Gleich bittet Maria um Versöhnung, doch das Gespräch kippt.
Ganze Vorsprech-Fassung · ca. 5 Min. Spielzeit · mit Spielanleitung
oder alle 102 Texte für 19,99 €Die Epoche: Weimarer Klassik
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Die Kunst kennt keine Grenzen: Jede Rolle kann von jedem gespielt werden. Die Angabe zur Figur beschreibt nur die Figur im Stück.
