Monologe / Elisabethanisches Zeitalter (Shakespeare) / Männliche Figur
Elisabethanisches Zeitalter (Shakespeare) · 1558–1603

„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“

Hamlet

Hamlet · William Shakespeare, vermutlich zwischen 1601/02

Männliche FigurSpielalter jung (bis ca. 25)Dramatischca. 3 MinutenKlassikerText gratis
William Shakespeare · Bild: WikiImages auf Pixabay
Fundstelle(3. Aufzug - 1. Szene)
Dauerca. 3 Minuten
ÜbersetzungWilhelm Schlegel

Das Stück

Etwas ist faul im Staate Dänemark. Der dänische Prinz Hamlet ist in tiefer Trauer, denn sein Vater, der König, ist tot. Hamlet kommt das alles äußerst verdächtig vor, denn sein Onkel Claudius hat Hamlets Mutter, seine ehemalige Schwägerin, geheiratet und somit in kürzester Zeit den Thron an sich gerissen. Als der Geist von Hamlets verstorbenem Vater erscheint, wird die schockierende Wahrheit enthüllt: Der König wurde von Claudius ermordet, der ihm Gift ins Ohr goss. Die Forderung an Hamlet ist eindeutig: Rache.

Um Claudius’ Schuld zu beweisen, lässt Hamlet ein Theaterstück aufführen, das den Mord an seinem Vater präzise nachstellt. Claudius ist entsetzt und bricht die Vorstellung ab. Diese Reaktion auf das Spektakel bestätigt Hamlet dessen Schuld. Zur gleichen Zeit trennt sich Hamlet von seiner Geliebten Ophelia, die von ihrem Vater Polonius instrumentalisiert wird. Hamlet konfrontiert seine Mutter. Hinter einem Vorhang lauscht Polonius dem Streit, er wird jedoch bemerkt. Hamlet vermutet, dass der neue König hinter dem Vorhang lauert, sticht auf den Stoff ein und färbt ihn rot. Polonius stirbt. Claudius verbannt Hamlet als Wahnsinnigen nach England. Ophelia erträgt den Verlust nicht, verfällt dem Wahnsinn und nimmt sich das Leben.

Nach Ophelias Tod kehrt Hamlet nach Dänemark zurück, um Claudius noch einmal entgegenzutreten. Dort schwört Ophelias Bruder Laertes Rache. Claudius arrangiert ein Duell zwischen Hamlet und Laertes. Claudius manipuliert dieses Duell, indem er Laertes Klinge vergiftet und zudem einen vergifteten Weinbecher bereitstellt. Am Ende sterben nacheinander Gertrude (die den Giftbecher trinkt), Laertes (von seiner eigenen Klinge verwundet), Claudius (von Hamlet erstochen) und schließlich auch Hamlet selbst. Das Königreich fällt an den norwegischen Prinzen Fortinbras.

Spielflow-Spielanleitung

So spielst du’s

Situation, Ziel der Figur und Spielhinweise

  • 1Was ist direkt vor dem Monolog passiert, und was bringt Hamlet zum Sprechen?
  • 2Was will Hamlet in diesem Moment erreichen, und von wem?
  • 3Wo liegen die typischen Fallen, wenn man diese Rolle vorspricht?
🔒 Die Antworten sind Teil der Freischaltung, ab 2,99 €

Der Monolog

Originaltext, gratis lesbar

Hamlet · Hamlet

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage:

Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil’ und Schleudern

Des wütenden Geschicks erdulden oder,

Sich waffnend gegen eine See von Plagen,

Im Widerstand zu enden. Sterben - schlafen -

Nichts weiter! - und zu wissen, dass ein Schlaf

Das Herzweh und die tausend Stöße endet,

Die unsers Fleisches Erbteil - ’s ist ein Ziel,

Aufs innigste zu wünschen. Sterben - schlafen -

Schlafen! Vielleicht auch träumen! - Ja, da liegt’s:

Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen,

Wenn wir den Drang des Ird’schen abgeschüttelt,

Das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht,

Die Elend lässt zu hohen Jahren kommen.

Wenn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,

Des Mächt’gen Druck, des Stolzen Misshandlungen,

Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,

Den Übermut der Ämter und die Schmach,

Die Unwert schweigendem Verdienst erweist,

Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte

Mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten

Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh?

Nur dass die Furcht vor etwas nach dem Tod -

Das unentdeckte Land, von des Bezirk

Kein Wandrer wiederkehrt - den Willen irrt,

Dass wir die Übel, die wir haben, lieber

Ertragen, als zu unbekannten fliehn.

So macht Bewusstsein Feige aus uns allen;

Der angebornen Farbe der Entschließung

Wird des Gedanken Blässe angekränkelt;

Und Wagestücke hohen Flugs und Werts,

Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,

Verlieren so der Handlung Namen. - Still!

Die reizende Ophelia. - Nymphe, schließ

In dein Gebet all meine Sünden ein!

Übersetzung: Wilhelm Schlegel (gemeinfrei)

Jetzt fehlt nur noch, wie du ihn spielst.

Spielanleitung: Situation, Ziel der Figur, typische Fallen beim Vorsprechen

oder alle 102 Texte für 19,99 €
Einmalzahlung, kein Abo

Die Epoche: Elisabethanisches Zeitalter (Shakespeare)

Das Elisabethanische Zeitalter Unter Königin Elisabeth I. erlebt England dank wirtschaftlichem Aufschwung und politischer Stabilität ein goldenes Zeitalter für Kunst und Kultur (1558-1603). Aufkeimender Humanismus: Anders als im Mittelalter, in welchem das Leben vor allem durch die Kirche geprägt ist, rückt nun der Mensch in den Mittelpunkt. Der Humanismus weckte ein neues Interesse an der individuellen Psyche, den Emotionen und dem Schicksal des Einzelnen und beflügelt dadurch Kunst und Wissenschaft. …

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